Zufall und Notwendigkeit
Nach Gedanken von Jacques Monod

Besetzung: hoher Bariton und präpariertes Klavier
Dauer: ca. 6.00 Min 

 
   

„Zufall und Notwendigkeit” von Jacques Monod (1910-1976) ist eines der berühmtesten Bücher, die sich je mit den philosophischen Konsequenzen der Genetik auseinandersetzen. In den Sechzigern geschrieben, zieht es mit existentialistischem Pathos den wohlbegründeten Schluss: Das Geheimnis des Lebens ist im Begriff, entschlüsselt zu werden, es gibt keine Transzendenz mehr, der Mensch bleibt allein zurück. All die gewaltigen Gebäude metaphysischer Selbstvergewisserung, die Religionen und Ideologien, hat er sich selbst errichtet, um seine Angst zu besiegen.

Eine musikalische Form dieser Selbstvergewisserung war im Christentum die geistliche Kantate. Sie ist nun auch verwaist und auf der Suche nach neuen Inhalten. „Zufall und Notwendigkeit“ ist eine postmetaphysische Kantate für Bariton und präpariertes Klavier, bestehend aus zehn knappen Fragmenten jener ungeliebten Weltsicht, die dennoch die Grundlage unseres Lebens geworden ist.  – „Der Mensch weiß endlich, dass er in der teilnahmslosen Unermesslichkeit des Universums allein ist, aus dem er zufällig hervortrat.”